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Tipps & Tricks

Wenn der Scheinwerfer anfängt, mitzudenken

Bei Autoscheinwerfern geht es längst nicht mehr nur ums Sehen und Gesehen werden – modernste Technik bringt größtmöglichen Komfort und Sicherheit. Heute passen sich Scheinwerfersysteme Verkehr, Geschwindigkeit und Wetter an, um in jeder Situation optimale Lichtverhältnisse zu schaffen.

 

 Scheinwerfer geben dem Auto ein Gesicht, lassen es dynamisch oder freundlich aussehen. Aktuelle Modelle von Audi oder BMW kann man selbst nachts anhand des charakteristischen Fahrzeuglichts erkennen. Moderne Scheinwerfer bedeuten aber vor allem Sicherheit. Denn schlechte Sicht ist eine der häufigsten Unfallursachen. Jeder dritte deutsche Autofahrer fährt ungern nachts und fühlt sich unsicher. Fast die Hälfte aller Unfälle mit tödlichem Ausgang ereignen sich in der Dunkelheit – und das, obwohl fünfmal weniger Fahrzeuge unterwegs sind als am Tag. Doch auch tagsüber ist gute Sicht entscheidend: vor allem bei Nebel, Regen und Schneefall. Dann sorgen gute Scheinwerfer für optimales Licht und für mehr Sicht auf der Straße. Licht ist aber nicht gleich Licht. Halogenscheinwerfer gibt es seit fast 50 Jahren. 85 Prozent aller Autos sind damit unterwegs. Immer mehr Autos fahren aber auch mit Xenonscheinwerfern, die doppelt so hell leuchten wie Halogenlampen. Xenon ist ein Leuchtgas und dient dabei als Lichtquelle. Weil das Xenonlicht dem Tageslicht ähnlicher ist, ermüden die Augen des Fahrers nachts nicht so schnell. Außerdem verbrauchen diese Lampen deutlich weniger Strom und halten rund zehnmal länger als Halogenlampen.

 

Mehr Helligkeit, mehr Sicherheit

 

Wie leistungsstark Xenon wirklich ist, zeigt sich im Vergleich. Eine gute Xenonlampe leuchtet etwa 130 Meter weit und erhellt eine Fläche von 7.000 Quadratmetern. Eine gängige Halogenlampe bringt es bei einer Reichweite von 110 Metern nur auf eine Fläche von 2.600 Quadratmetern. Der Fahrer sieht mit Xenon also nicht nur weiter nach vorne, der Lichtkegel erhellt auch eine bis zu dreimal größere Fläche rechts und links der Fahrbahn, wo sich andere Autos, Fußgänger, Radfahrer und Tiere tummeln könnten. „Bei einer Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde 30 bis 50 Meter weiter sehen macht schon viel aus“, weiß Michael Hamm, Experte beim Lichttechnikhersteller Automotive Lighting. „Eineinhalb Sekunden früher sehen bedeutet im Ernstfall eineinhalb Sekunden früher bremsen – ein Plus an Sicherheit.“ Auch der ADAC bescheinigt Xenonscheinwerfern in vielen Fällen einen eindeutigen Vorteil gegenüber Halogenlampen, obwohl sie auch deutlich teurer sind – bei den vom ADAC getesteten Autos schlug die Xenonausstattung mit einem Aufpreis zwischen 500 und 1.700 Euro zu Buche.

 

Kleine Motoren bewegen die Linsen

 

Nicht nur Helligkeit, auch die Lichtverteilung auf der Straße spielt inpuncto Sicherheit eine große Rolle. Um die Lichtverteilung zu verbessern,lassen sich die Lichtentwickler einiges einfallen. Zum Beispiel dasaktive Kurven- und Abbiegelicht, mit dessen Hilfe der Fahrer ein Stückweit um die Ecke schauen kann. Lenkt er in die Kurve hinein, schwingendie durch einen Stellmotor bewegten Scheinwerferlinsen in Kurvenrichtungmit und leuchten die Straße so optimal aus. Das aktive Kurvenlicht gehört genau wie das automatische Fern- und Abblendlicht zuden sogenannten adaptiven Lichtsystemen (Adaptive Frontlightning System – AFS), die mit starken Xenonlampen ihre Wirkung voll entfalten können. Zum Beispiel das Autobahnlicht: Der Stellmotor hebt mit zunehmender Geschwindigkeit die rechte Projektionslinse immer weiter an – nicht die linke, sonst würde der Gegenverkehr geblendet. Auch die Watt-Leistung der Xenonlampe wird nach und nach gesteigert. Aus 130 Metern werden so bis zu 160 Meter Sicht – bei hohen Geschwindigkeiten ein entscheidender Sicherheitsvorteil. Umgekehrt ist es beim Stadtlicht. Dort zählt nicht die Sicht nach vorne, sondern in die Breite. Die Motoren drehen die Linsen also einige Grad nach außen – für mehr Sicht nach rechts und links an Kreuzungen. Beim Schlechtwetterlicht wird der linke Scheinwerfer zusätzlich nach unten gedreht, damit das von Regen oder Nebel reflektierte Licht den Fahrer nicht blendet.

 

Entwicklung geht weiter

 

Eine weitere Funktion, die noch mehr Fahrkomfort und Sicherheit bietet, ist die automatische Leuchtweitenregelung. Dabei blendet das AFS bei Gegenverkehr automatisch und stufenweise ab. „Immer genau so weit, dass der Fahrer noch möglichst weit sieht, ohne dass die Scheinwerfer den Gegenverkehr blenden“, beschreibt Ingenieur Hamm, der mit seinem Team daran arbeitet, solche Funktionen immer weiter zu verbessern. Viele Premiumfahrzeuge sind schon mit diesen intelligenten Systemen ausgestattet, nach und nach ziehen auch Mittelklasse- und Kleinwagen nach. Denkbar ist in Zukunft auch eine vorausschauende Steuerung der adaptiven Lichtfunktionen mit Hilfe der Streckendaten des Navigationssystems. Das weiß immer metergenau, ob das Fahrzeug sich gerade auf der Autobahn, der Landstraße oder in der Stadt befindet. Doch damit nicht genug. Mercedes bietet in der S-Klasse eine Infrarotkamera, die mit Hilfe eines Infrarotsenders im Scheinwerfer Fußgänger, Tiere oder Gegenstände erfasst, die außerhalb der Reichweite des Abblendlichts liegen. „Mittels dieses unsichtbaren Dauerfernlichts werden die Objekte auf einem Monitor im Cockpit markiert und damit dem Fahrer gemeldet“, erklärt Michael Hamm das ausgeklügelte System.

 

Sicherheit in schickem Design

 

Und neue Technologien stehen bereits in den Startlöchern: Für solche adaptiven Lichtsysteme sind sogenannte lichtemittierende Dioden, kurz LEDs, besonders interessant. Mehrere LEDs werden in Scheinwerfern zusammengefasst und lassen sich separat ansteuern. Durch Zu- und Abschalten einzelner LEDs oderganzer Module kann damit eine Vielzahl an verschiedenen Lichtverteilungen erzeugt werden. In Rückleuchten kommen rote und gelbe LEDs teilweise schon heute zum Einsatz. Mit dem ersten Voll-LED-Scheinwerfer für den Audi R8 gelang Audi und Automotive Lighting eine Premiere: Erstmals werden alle Lichtfunktionen in einem Serienscheinwerfer mit weißen LEDs ausgeführt, dazu gehören Abblendlicht, Fernlicht, Tagfahrlicht, Blinklicht und Positionslicht. LEDs verbrauchen wenig Energie und halten ein Fahrzeugleben lang, während Xenonscheinwerfer mit der Zeit schwächer werden. Weil sie zudem wenig Bauraum benötigen, setzen sie der optischen Gestaltung der Scheinwerfer nahezu keine Grenzen. „Individualität spielt heute eine wichtige Rolle – und die drückt sich vor allem über Styling aus“, weiß Johannes Geywitz-Senn, der bei Automotive Lighting für das Marketing verantwortlich ist. Noch kommen weiße LEDs in puncto Helligkeit nicht an Xenonlicht heran und sind darüber hinaus auch teurer. „Es werden LED-Scheinwerfersysteme kommen, die mit dem hohen Standard von Xenon mithalten können“, erklärt Lichtingenieur Hamm. „Aber egal ob LED oder Xenon, wichtig ist die Sicherheit“, fasst er zusammen. Und die wird in den kommenden Jahren bei beiden Technologien immer besser werden.

 
 


     


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